Eigenkapitalrentabilität

Home » Finanzen » Eigenkapitalrentabilität
Finanzen 1 Kommentar

Die Eigenkapitalrentabilität ist eine Kennzahl zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens. Andere Bezeichnungen sind Eigenkapitalrendite, EK-Rentabilität oder Unternehmerrentabilität.

Sie berechnet sich aus dem Verhältnis von Gewinn(Jahresüberschuss) des Unternehmens zum Eigenkapital. Also Eigenkapitalrentabilität = Jahresüberschuss / Eigenkapital.

Berechnung der Eigenkapitalrentabilität

Eigenkapitalrentabilität = Jahresüberschuss
————————-
Eigenkapital

Eigenkapitalrentabilität im Detail

Ähnlich wie die Verzinsung einer Kapitalanlage wird die Eigenkapitalrendite als Zinsertrag / Rendite des Eigenkapitals aufgefasst. Dies bedeutet, je höher die Eigenkapitalrendite ist, desto positiver ist die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens. Prinzipiell wird also eine hohe Eigenkapitalrendite als Positiv bewertet, der Umkehrschluss, dass eine relative niedrige Eigenkapitalrentabilität negativ ist gilt aber nicht zwingend.

Normalerweise erzielen Unternehmen mit geringen Kostenstrukturen und geringem Eigenkapital eine höhere Eigenkapitalrendite.

Bewertung & Branchenvergleich der Eigenkapitalrentabilität

Eigenkapitalrentabilität

Eigenkapitalrentabilität

Der Vergleich der EK-Rentabilität sollte immer nur zwischen Unternehmen der gleichen Branche gezogen werden. Die Schwankungen zwischen einzelnen Branchen sind teilweise sehr extrem. Hohe Personalkosten, hoher Kapitaleinsatz und viel Konkurrenz führen zu geringeren Gewinnmargen und damit zu einer niedrigen Rendite.

Bei der Bewertung und dem Vergleich sollte immer die Basis übereinstimmen, also Branche, Jahr und Berechnungsmethode. Ebenso sollte sich im Jahresvergleich die Berechnung nicht verändern.

Eine steigende Eigenkapitalrendite gilt als positiv und zeigt dass die Entwicklung des Unternehmens auf einem guten Weg ist.

Zielwert für die Eigenkapitalrentabilität

Unabhängig von der Branche sollte die Eigenkapitalrendite größer sein als der durchschnittliche langfristige Zinssatz am Kapitalmarkt. Ansonsten wäre eine Anlage des Eigenkapitals am Kapitalmarkt langfristig wirtschaftlicher. Der Zielwert ist dann natürlich stark von der Branche und der allgemeinen wirtschaftlichen Lage abhängig.

Die Eigenkapitalrentabilität kann auch innerhalb von einzelnen Abteilungen innerhalb eines Großkonzerns betrachtet werden. Aus diesem Grund kann es ab und an zur Schließung von Abteilungen kommen obwohl diese Gewinn erwirtschaften. Das dort zuvor eingesetzte Kapital kann dann an andere Stelle innerhalb oder außerhalb des Unternehmens wirtschaftlicher eingesetzt werden.

Kleine und mittelständige Unternehmen sehen die Zielwerte eher als Information ob Verbesserungen möglich sind im Bezug zur Konkurrenz. Hier wird solange das Unternehmen Gewinn abwirft selten Kapital abgezogen oder Abteilungen geschlossen.

Zu niedrige Eigenkapitalrentabilität

Eine für die Branche zu niedrige EK-Rentabilität sollte immer untersucht werden. Hier deutet vieles auf unrentabel gebundenes Kapital hin oder auf eine Überbewertung des Sach- und Anlagevermögens.

Leverage Effekt

Der Leverage Effekt beschreibt wie mit Hilfe von Fremdkapital der Gewinn gesteigert werden kann. Dieser zusätzliche Gewinn wird nur durch das Fremdkapital erhöht, also verändert sich das Eigenkapital nicht. Dies führt dazu, dass auch die EK-Rentabilität steigt.

Es ist also ein Hebel um die Rendite des Eigenkapitals zu erhöhen.

Beispiel: Ein Immobilienunternehmen nimmt einen Kredit auf um zusätzliche Immobilien zu erwerben. Diese werfen durch die Vermietung einen Gewinn ab. Das Eigenkapital hat sich durch den Kauf nicht verändert, aber der Gewinn ist gestiegen und damit die Eigenkapitalrentabilität.

Dieser Effekt tritt natürlich nur ein wenn die Gesamtrentabilität größer als der Fremdkapitalzins ist.

Kritik an der Eigenkapitalrentabilität & am Leverage Effekt

Es mag auf den ersten Blick sehr verlockend erscheinen die Eigenkapitalrentabilität mit Hilfe von Fremdkapital in die Höhe zu schrauben. Jedoch ist dies nur bis zu einem gewissen Maße sinnvoll. Es sprechen folgende Gründe dagegen:

  • Das aufgenommenen Kapital muss auch in die Produktion fließen und anschließend in höheren Absatz resultieren
  • Jeder aufgenommene Kredit erhöht auch das Geschäftsrisiko. Man gibt sich in eine Abhängigkeit zu Banken.
  • Oft ist ein langsameres Wachstum nachhaltiger als ein schnelles, auch was den Aufbau von Unternehmens internen Strukturen angeht
  • Es existieren noch andere Ziele als die Verzinsung des Eigenkapitals zu erhöhen ( Wachstum, Nachhaltigkeit usw.)

Zusammenfassung

  • Wichtige Kennzahl zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit
  • Berechnung: Gewinn(Jahresüberschuss) / Eigenkapital
  • Leverage Effekte durch Aufnahme von Fremdkapital möglich
  • Die Eigenkapitalrentabilität entspricht der Verzinsung des Eigenkapitals durch den Geschäftsbetrieb

Ein Kommentar zu - Eigenkapitalrentabilität

Hinterlasse einen Kommentar